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über Porträts/
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Über Porträts, das Sehen und das Sehen des Anderen.
Das Porträtieren hat eine lange Tradition.
Die Zweifel beginnen jedoch bereits beim Blick, beim Sehvorgang selbst.
Sehen wir „Realität“ mit unseren Augen?
Diese Fragestellung ist der Ausgangspunkt meiner Arbeit.
Sich sehen Katharina Kohl Hamburg 2001 Ein kurzer Text über Porträts, das Sehen und das Sehen des Anderen. Über Porträts Das Porträtieren hat eine lange Tradition und hat viele unterschiedliche Stadien durchlaufen.
Einerseits bewege ich mich in dieser Tradition: ich erzeuge Bilder, auf denen die Gesichter verschiedener
Menschen zu sehen sind. Die Video-Porträts beispielsweise zeigen Gesichter in schwarz-weiß, in einer
speziellen Lichtsituation und in einem definierten Bildausschnitt. Auf der anderen Seite jedoch sind in diesen Bildern wenig Informationen über die abgebildeten Personen
zu finden, so z.b. über Alter, Rasse, Sozialstruktur oder Lebensumstände. Die Bilder taugen wenig für die
Identifizierung einer Person (als Passfoto beispielsweise) oder für die Dokumentation einer Situation.
Der Blick auf das Individuum ist für meine Arbeit von geringer Bedeutung. Das Infragestellen des Bildes als Beweismittel und als Dokumentation ist in den letzten Jahren zu einem
Thema der Kunst avanciert. Die Zweifel am dokumentarischen Wert eines Fotos oder Films sind proportional
zu den verbesserten Techniken ihrer Herstellung gestiegen. (siehe z.B. Thomas Ruff). Meiner Ansicht nach ist die Evidenz jedes Mediums zweifelhaft und nicht erst in jüngster Zeit: sei es ein
Bild, ein Film, ein Text, ein gesprochenes Wort oder auch nur unsere Erinnerung. Für mich ist das Dokumentarische immer von zweifelhaftem Wert. Die Zweifel beginnen bereits beim Blick, beim Sehvorgang selbst. Sehen wir „Realität“ mit unseren Augen? Diese Fragestellung ist der Ausgangspunkt meiner Arbeit. Mir scheint, dass der Blick eins der mächtigsten Werkzeuge ist, um Realität zu erschaffen. Um das zu überprüfen kann der Versuch unternommen werden in unterschiedlicher Weise auf die Welt
zu blicken. Das Resultat dieses Versuches ist, dass sich die Realität so darstellt, wie wir auf sie schauen. Niemand von uns hat den Bewusstseins-Zustand erreicht, dass beim Öffnen der Augen die Realität 1:1 ins
Bewusstsein einfließt. Es ist umgekehrt: wir alle bauen unsere Realität mit unseren Blicken nach unseren spezifischen
Blaupausen und Choreografien. Ich arbeite an Porträts um diesem Prozess auf die Spur zu kommen.
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